Weihnachten in Kalabrien
Weihnachten in Kalabrien ist so wie in ganz Italien der am meisten erwartete Feiertag des Jahres. Es ist wahr, dass seit einiger Zeit die beliebte Tradition zu einem Fest des Konsums, der teuren Geschenke und des Festtagsstress geworden ist, aber in Kalabrien kann man noch Orte finden, wo die Zeit still zu stehen scheint.
In kleinen Gemeinden, wo die Traditionen noch tief verwurzelt sind, aber auch in vielen Städten kann man die authentische weihnachtliche Atmosphäre genießen. Ein gutes Beispiel dafür sind im Dezember die Weihnachtsmärkte von Cosenza, Crotone, Reggio Calabria und Lamezia. Besonders charakteristisch sind in vielen Gemeinden die lebenden Krippenspiele von Dezember bis Heilige Dreikönige.
Das wichtigste Merkmal in Kalabrien ist neben dem Weihnachtsbaum die Weihnachtskrippe, deren Aufbau nach dem Fest der Unbefleckten Empfängnis am 8. Dezember beginnt. Jede Familie besitzt eine Krippe, die aus jahrhundertealter Tradition mit viel Leidenschaft und Phantasie aufgebaut und dekoriert wird.
Eine der tiefsten weihnachtlichen Traditionen, ist das Anzünden von Scheiterhaufen, um die am Heiligabend bis zum frühen Morgengrauen herum getanzt und gesungen wird. Die festliche Atmosphäre wird durch die Dudelsackpfeifer, die in den frühen Morgenstunden oder am Abend durch die Straßen und Gassen laufen und traditionelle Weihnachtslieder spielen, untermalt. Der von Hand gearbeitete Dudelsack ist das traditionelle Instrument par excellence; das Handwerk wird seit Jahrhunderten traditionell gepflegt und das Spielen des Instruments wird in speziellen Dudelsack-Schulen gelehrt.
Weihnachten in Kalabrien, bedeutet natürlich in erster Linie Weihnachten in der Familie. Traditionell versammelt sich die ganze Familie rund um die Festtafel mit den Speisen der kalabresischen Küche, die am Heiligabend gemäß eines alten Brauches aus 13 Gängen mit einfachen, für die Region typischen Speisen, besteht. Am Morgen des 1. Weihnachtstages findet dann die Bescherung und mittags das traditionelle Weihnachtsessen mit der Familie statt.


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